A.   Der Oberste Gerichtshof hat mittlerweile schon in mehreren Fällen ausgesprochen, dass fremdhändige Testamente in gewissen Fällen ungültig sind: Wenn das Testament mehrere Seiten bzw. Blätter umfasst und zur Zeit der Testierung noch nicht gebunden war, sondern erst nach den Unterschriften gebunden wurde, so liegt Ungültigkeit vor. Das kann gravierende Folgen haben, da dann nicht mehr der Wille des Erblassers, wie er ihn im Testament verfügt hat, umgesetzt wird. Es tritt dann die gesetzliche Erbfolge ein.

Wenn Sie daher ein fremdhändiges Testament errichtet haben, lassen Sie das zeitnah prüfen und erforderlichenfalls erneuern. Unser Task-Force Team steht u.a. telefonisch und via Mail bereit.

Hilfsweise können sie den Inhalt Ihres fremdhändigen Testamentes eigenhändig handschriftlich auf einem Blatt Papier niederschreiben (dabei jedoch die Zeugenklauseln weglassen). Wenn ein Blatt Papier (A4-Format) nicht ausreicht, nehmen Sie am besten ein größeres (A3-Format). Wenn Sie nur über Papier in der Größe von A4-Format verfügen, nähen oder zumindest heften Sie das Papier vor dem handschriftlichen Beschreiben zusammen und fügen zusätzlich den handschriftlichen Text an: „Alle Seiten meines Testamentes habe ich bereits vor Verfassung zusammengenäht“ (bzw.: „zusammengeheftet“) und unterschreiben Sie zusätzliche jede Vorder- und Hinterseite mit dem jeweiligen Zusatz: „Das ist mein letzter Wille“.

In diesen gravierend außerordentlichen Zeiten sollte alles, was Nachfolge betrifft, korrekt und gültig geregelt sein. Sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen. Betriebsnachfolgen erfordern eine klare strategische Planung und dürfen nicht gegebenenfalls durch formungültige Testamente konterkariert werden.

B.   Wenn Sie noch kein Testament haben, denken Sie darüber nach, ob nicht derzeit die Verfassung eines solchen für Sie sinnvoll sein kann. Wenn Sie sich zur Verfassung eines solchen entschließen, sollten Sie jedoch anwaltlichen Rat beiziehen, um inhaltliche und formale Fehler zu vermeiden. Unser Task-Force Team ist für Sie derzeit u.a. sowohl telefonisch als auch via Mail verfügbar.

C.    In Notsituationen hätte man auch die Möglichkeit, ein Nottestament zu machen. Wenn aus Sicht des Verfügenden die unmittelbare Gefahr droht, dass er stirbt oder seine Testierfähigkeit verliert, kann er seinen letzten Willen vor zwei Zeugen mündlich oder fremdhändig erklären. Ein solches Testament verliert drei Monate nach Wegfall der Gefahr seine Gültigkeit. ABER: wir raten dringend davon ab! (außer es gibt absolut keine andere Möglichkeit mehr). Die Gefahr, dass das Nottestament ungültig ist, weil etwa alle Formerfordernisse der schriftlichen Verfassung nicht erfüllt sind oder doch eine andere Testierform noch möglich gewesen wäre oder die Zeugen ungeeignet sind oder die Zeugen den Inhalt einer mündlichen Testierung später nicht übereinstimmend wiedergeben können, sind viel zu groß. Zudem wäre auch derzeit die Missbrauchsgefahr durch zwei „angebliche“ Zeugen (Betrüger) viel zu hoch!

Begegnen Sie diesen Gefahren durch rechtzeitige, am besten eigenhändige Testierung!

MMag. Michael Sommer

Wir sind für Sie telefonisch und via Mail erreichbar. Sie können sich auch an unsere Task-Force in Wien (taskforce@laa.law) oder Kärnten (sommer@laa.law) wenden.

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